21.12.2015 14:39

Hüftgelenkersatz mit optimaler Passform


Der Ersatz von geschädigten Hüftgelenken gehört zu den häufigsten Eingriffen in der orthopädischen Chirurgie. Jedes Jahr setzen Ärzte in Deutschland über 200.000 Menschen ein künstliches Hüftgelenk ein. Patienten, die eine Hüftprothese benötigen, legen Wert auf eine zügige Rückkehr in den Alltag und eine hohe Stabilität des künstlichen Gelenks, zum Beispiel bei sportlicher Betätigung. Die Fachklinik für Orthopädie im St. Josefs-Hospital Cloppenburg setzt bundesweit als eines der ersten Zentren auf ein anatomisch verfeinertes Prothesenkonzept, das den hohen Erwartungen an die Langlebigkeit und Beschwerdefreiheit auch bei anspruchsvollen medizinischen Indikationen gerecht wird. Im europäischen Ausland kommen die nun von den Cloppenburger Endoprothetik-Spezialisten eingeführten Prothesen bereits erfolgreich und in großen Stückzahlen zum Einsatz.

Der menschliche Oberschenkelknochen stellt besondere Anforderungen an eine passgenaue endoprothetische Versorgung. Er weist eine Krümmung nach hinten und eine leichte Drehung des Schenkelhalses nach vorne auf, so dass herkömmliche Standardimplantate die natürlichen Bewegungsabläufe und die Gelenkgeometrie oftmals nicht vollständig nachbilden können. Die neuen Prothesen mit anatomisch geformtem Schaft lösen das Problem, indem sie zwischen der linken und der rechten Seite der Hüfte unterscheiden und an die Gegebenheiten des Knochenbaus angepasst sind. Die Entwickler haben dabei eine Vielzahl von Details berücksichtigt, um die natürliche Gelenkgeometrie wieder herzustellen.

Dr. med. Boris Baron von Engelhardt, Chefarzt der Fachklinik für Orthopädie, erläutert die besondere Eigenschaft: „Der Prothesenschaft legt sich harmonisch an den Knochen an, so dass die Hebelverhältnisse in der Hüfte optimiert und Druckspitzen an den Knochen besser verteilt werden.“ Ein weiteres Merkmal ist die sogenannte HA-Beschichtung, die mit ihrer leicht aufgerauten Oberfläche das biologische Einheilen beschleunigt. Chefarzt von Engelhardt: „Der Schaft heilt in kurzer Zeit überall homogen ein und schwingt nicht, so dass nicht mit einer Lockerung des Implantats zu rechnen ist. Wir sehen zudem eine sehr gute Primärstabilität, das heißt, das Gelenk ist schon kurze Zeit nach der Operation wieder belastbar.“

Wie bei allen innovativen Produkten in der orthopädischen Chirurgie legen die Cloppenburger Fachärzte Wert auf ausgereifte und langlebige Lösungen. Dr. von Engelhardt verweist auf die umfangreiche Studienlage: „Die Erfahrungen mit dem Produkt in den europäischen Nachbarländern sind sehr gut. In Frankreich sind bereits rund 60.000 Patienten mit dem optimierten Implantat versorgt worden.“ Rechne man das Vorgängermodell hinzu, so von Engelhardt, habe sich das Implantat in seiner mehr als 14-jährigen Entwicklungs- und Einsatzzeit bis heute bei rund 130.000 Patienten bewährt. Ein zusätzliches Plus ist die Vielseitigkeit der Prothese, die in zwei Varianten zur Verfügung steht. Ist das Knochenmaterial bereits stärker geschädigt, können die Orthopäden im Verlauf der Operation kurzfristig anstelle der HA-beschichteten Prothese eine zementierte Variante einsetzen. Diese Auswahlmöglichkeit gewährleistet, zum Beispiel bei der Schenkelhalsfraktur eines Osteoporosepatienten nach einem Sturz, die gewünschte Stabilität des Kunstgelenks. In der speziellen Hüftsprechstunde der Fachklinik für Orthopädie werden Patienten ausführlich zu der für sie am besten geeigneten Behandlung beraten.


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